Blue Flower

Haiterbach Schwabo

Rund 40 Instrumentalisten spielten im Altarraum der Laurentiuskirche. Foto: Kosowska-Németh Foto: Schwarzwälder Bote

Drei befreundete Posaunenchöre gaben nach ihrem Auftritt in Pfalzgrafenweiler nun auch in der Haiterbacher Laurentiuskirche ein Abendskonzert zu Ehren Gottes.

Haiterbach. Zum ersten Mal in diesem Winter fiel etwas Schnee in der Gegend, und das weihnachtliche Weiß verlieh dem frommen Spiel einen stimmungsvollen Hintergrund.

Vor einem Jahr musizierten die Bläser aus Pfalzgrafenweiler und Bösingen/Beihingen gemeinsam, nun schlossen sich ihnen die Kollegen aus Haiterbach an. Nach sechs gemeinsamen Proben und einem ganzen Probetag mit dem Kirchenmusikdirektor Peter Ammer war das Programm unter dem Motto "Dein König kommt!" reif genug, um "Tochter Zion", "Stille Nacht", White Christmas" und andere geistliche Weisen dem Publikum zu präsentieren.

Sowohl im Altarvorraum, wo beinahe 40 Instrumentalisten und ihr junger Nachwuchs Platz nahmen, als auch in Zuhörerbänken herrschte gemütliche Enge. Nach den Fanfaren des "Machet die Tore auf" aus dem 17. Jahrhundert von Andreas Hammerschmidt und einem Grußwort von Pfarrer Albrecht Bahret erläuterte der Moderator Joachim Keller einzelne Programmpunkte und untermauerte ihre musikalische Botschaft mit Bibelzitaten.

Die Posaunenchöre sind fest im christlichen Glauben verankert und betrachten die musikalische Tätigkeit als ihre Berufung nach dem Motto "Gott zu loben, das ist unser Amt". In ihrem Spiel spiegelten sich starke Glaubenskraft und Engagement für das kirchliche Werk wider. Auch die Tatsache, dass alle drei Ensembles zu einem brüderlichen Schulterzusammenschluss fanden und sich den Dirigenten aus eigenen Reihen, Karl-Helfried Rath, Jakob Keller, Matthias Kaiser und Jonas Winkler, unterordneten, zeugte von der Stärke des Gemeinschaftssinnes.

Ein großes Klangvolumen liegt in der Natur der Trompeten, Posaunen und Tenorhörner (um nur die zahlenmäßig stärksten Gruppen zu nennen), doch diese Kraft erhielt bei den Posaunenchören runde Züge durch kernigen Klang und dynamische Schattierungen, wie im Siegesmarsch aus dem Oratorium "Judas Makkabäus" von Georg Friedrich Händel und im finalen "Hark! The Herald Angels Sing" (Hört die Engel) von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Stets auch in schwungvollen Tempi blieben die Laieninstrumentalisten im rhythmischen Gleichschritt, da außer deutlicher Gestik der Dirigenten und des Schlagzeugpulses auch eigenes Bauchgefühl für gute Disziplin sorgte. Auch im gemeinsam gesungenen "O du Fröhliche" in einer anspruchsvollen Bearbeitung hielten die Musiker die Waage zwischen der Strahlkraft der hohen Bläser und Massivität von Tuba und zwei Eufonien.

Die Solisten Benjamin Stöhr (Trompete) und David Keller (Posaune) glänzten mit transparenten Imitationen in "Gelobet seist Du Jesus Christ", Jonas Rauser und Salomon Winkler betörten das Publikum mit den einfühlsamen" Mary did you know" und "In der Nacht von Bethlehem" für Klavier und E-Gitarre.

Ihr Amt "Gott zu loben" erfüllten die Posaunenchöre würdig und souverän, die stehenden Ovationen und eine Zugabe war ihr verdienter Lohn.

Nach dem Konzert luden die Musiker zu einem Ständerling mit Glühwein und kleinen Snacks ein.

Der Artikel im Schwazwälder Bote, Ausgabe Nagold - von Von